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Flight Log: Anchorage PANC -- Prince Rupert CYPR 28.08.2007

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Date (local): 28.08.2007
Strecke: 790 NM
geplante Flugzeit: 6h 30min
Filed Route: DCT ANC V319 YAK V440 BKA V311 DWARF V318 ANN V309 AGPAL
ATIS Anchorage: Info D wind 170/03kts 10km sc090 temp9/7 rwy 07r/07l QNH 30,00
Clearance: Prince EN4 as FLP
Take Off Time (UTC): 1700
Take Off Time (local): 0900
ATIS Prince Rupert: PrinceRupert not available
Landing Time (UTC): 0045
Landing Time (local): local
28.08.2007 Anchorage/Prince Rupert: Im wunderbaren Sonnenschein machten wir uns morgens von unserem Hotel Captain Cook zum Flugplatz. Die Maschine war bereits aufgetankt, so dass wir gleich starten konnten. Zunächst mussten wir wieder eine der eher unüblichen Straßenkreuzung mit Ampeln passieren, wo sich sich Pkws und Flugzeuge trafen. Wie im normalen Straßenverkehr hieß es also warten, bis unsere Ampel auf Grün sprang.

Der Fluglotse vom Tower war erneut sehr aufgeweckt. Er führte uns durch das Labyrinth der Taxiways bis zum Abflugpunkt auf der uns zugewiesenen Bahn. Dabei gab es keinerlei Probleme und Irritationen. Außerdem machte er uns den Start leicht, weil wir nach dem Abheben mit Radarvektoren, d. h., nach vorgegebenen Gradzahlen steigen durften und er uns auch aus dem Airlinerverkehr hinaus manövrierte. Dafür mussten wir allerdings auch etwas höher steigen als normal, damit wir die Berge von Alaska überfliegen konnten. Insgesamt sollten wir eine Flughöhe von 15.000 ft (ca. 4.000 m) erreichen. Wir bevorzugen es eigentlich, in 10.000 oder 11.000 ft ohne Sauerstoff zu fliegen, mussten aber recht bald feststellen, dass die Berge relativ hoch sind, so dass die Flughöhe von 15.000 ft durchaus berechtigt war.

Nachdem wir einen langen Fjord entlang flogen, erreichten wir die erste schneebedeckte Bergkette mit einem riesigen Gletscher, auf dem auch jetzt im August noch Schnee lag. Hier taut er offensichtlich das ganze Jahr nicht. Die Gletscher begleiteten uns die nächsten drei Stunden. Dann bekamen wir eine Route entlang der Küste, so dass wir nicht alle Gletscher überflogen, sondern sie nun links von uns lagen. Unter uns hatten wir jetzt überwiegend Wasser. Das bedeutete auch, dass wir die Flugfläche von 15.000 ft auf 12.000 ft reduzieren konnten.

Beeindruckend war die Vielzahl der riesigen, gigantischen Gletscher, die teilweise ihr Eis bis zur Küste führen uns dann ins Meer hinein schieben. Wir konnten beobachten, welche Strukturen diese Gletscher in sich bargen. Einer der Gletscher führte sein Eis fast im Kreis, bevor es dann auch im Meer abbrach und taute.
Immer wieder entdeckten wir unterwegs auch einzelne Flugplätze in der Wildnis und in Siedlungen, die man ohne Flugzeug wohl kaum erreichen kann, allenfalls mit tagelangen Schiffsreisen. Menschen sind hier auf Flugzeuge angewiesen.

Wir genossen die Eindrücke während unseres Fluges sehr und waren fasziniert. Derartig hohe Berge, die bis an der Küste reichen, hatten wir in Alaska nicht erwartet.

In der Ferne sahen wir, dass das Wetter sich langsam, aber stetig verschlechterte. Zunächst lag eine geschlossene Wolkendecke über uns, dann sank die Wolkenuntergrenze soweit herab, bis wir keine Sicht mehr zum Boden hatten und nach Instrumenten fliegen mussten.
Nach einer weiteren Stunde, fing es kräftig an zu regnen. Da wir Temperaturen im Bereich von minus 5 Grad hatten, wurde auch Eisansatz generiert, den wir mit der Enteisungsanlage bearbeiteten. Nach einer halben Stunde verschwanden die Eispartikelchen im Wesentlichen, und es bestand diesbezüglich vorerst keinerlei Gefahr.
Je näher wir Prince Rupert kamen, umso mehr erhöhte sich die Gefahr stärkerer Vereisung. Wir beantragten schließlich eine Reduzierung unserer Flughöhe, was aufgrund der inzwischen niedrigeren Berge auch möglich war. Im Bereich von 8.000 ft, wo Temperaturen über dem Gefrierpunkt herrschten und durch den starken Regen wurde die Eiskruste abgespült. Das 'Sightseeing' während des Fluges hatte nun ein Ende, denn wir sahen absolut nichts.
Noch bevor wir Prince Rupert erreichten, wurden die Wetterbedingungen immer interessanter. Eine ATIS gab es dort nicht, aber wir erhielten entsprechende Auskünfte über den Fluglotsen von Anchorage. Er berichtete uns, dass die Wolkenuntergrenze stetig sinke, aber immer noch bei 800 ft über dem Platz stünde. Das war eine komfortable Höhe, für eine Instrumentenfluglandung kein besonderes Problem.

Als wir zum Sinkflug ansetzten und nach einiger Zeit tatsächlich auf etwa 1.500 ft hinunter gingen, lichteten sich die Wolken etwas und wir konnten sporadisch den Platz sehen. Als wir auf 1.000 ft sanken, war der Platz ganz zu sehen und wir hatten ca. acht Kilometer Sicht. Die Landung war kein besonderes Problem. Der Wind war im unteren Bereich nicht sehr stark und auch nicht böig, so dass wir auf einer nassen Piste aufsetzten. Wir landeten regenfrei, obgleich Regen vorausgesagt war.

Schleunigst nahmen wir unser Gepäck aus der Maschine und überlegten, mit welchem Verkehrsmittel wir den Flugplatz verlassen konnten. Man informierte uns, dass der Flugplatz ohne Wassertaxi nicht zu verlassen war, denn das Areal liege auf einer Insel. Es ergab sich, dass etwa zehn Minuten nach unserer Landung eine Gruppe Holzfäller ohnehin ein Wassertaxi bestellte, das wir mit benutzten. Wir hielten einen kleinen Plausch mit den Holzfällern, u. a. über die Qualität unseres Hotels, dass wir anschließend bezogen.

Insgesamt betrachtet, war es ein erfolgreicher, angenehmer und sehr interessanter Flug mit viel Abwechselung.

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Flugzeug und Auto treffen sich an der Ampel
Flugzeug und Auto treffen sich an der Ampel
Wir sind schon in der Luft
Anchorage ist die größte Stadt Alaskas
Ein erster Eindruck von der faszinierenden Bergwelt
Soweit das Auge reicht Gletscher
Ein Gletscher bewegt sich kreisförmig auf den Pazifik zu
Die Bergmassive reichen bis an die Küste
Ein Gletscherdelta
Einsamer Flugplatz mitten in der Bergwildnis
Es wird ungemütlich durch Regen und Schnee
Prince Rupert – Regen, aber Landebahn in Sicht
Der Flugplatz ist nur per Wassertaxi oder Fähre erreichbar
Auf dem Wassertaxi im Gespräch mit Holzfällern